Abschiedskrimi

By Marcel. Filed in Grisu, Reise  |  
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diese Brücke hält

diese Brücke hält

Obwohl das Klima in Kitandililo uns regelrecht aufatmen lies, endlich wieder erholsamen Schlaf finden ließ, hat es uns zum Abschied noch einen kleinen Streich gespielt. Den ganzen Morgen unseres Abschieds – und wir wollten richtig früh starten – regnete es. Wenn es auf Kitandililos Boden regnet, wird es nicht nur nass. Nein, der Boden verwandelt sich in regelrechte Schmierseife. Da die Gemeinde nicht gerade in flachem Gelände liegt und wie schon berichtet die Pisten alles andere als gut ausgebaut sind, machte mir jeder Tropfen Regen mehr und mehr Sorgen. Aber Pastor Sanga versprach mir einen „besseren Weg“ nach Makambako zu zeigen. Besser ist aber immer relativ. Tags zuvor hatten wir uns die auf dem Wege liegende Brücke angeschaut. Alle versicherten mir, sie würde Grisu tragen. Ich weiß allerdings nicht aufgrund welcher Referenz, denn LKWs fahren hier nicht.

die Dorfältesten trotzen dem Regen zum Abschied

die Dorfältesten trotzen dem Regen zum Abschied

Die Brücke über das kleine Bächlein hielt, nur vorher mussten wir die Bahntrasse queren. Dazu gehört eine gut einen Meter tiefe Drainage-Rinne. Abgedeckt mit alten Bahnbohlen. Als Grisu langsam darüber rollt, gibt die linke Seite plötzlich nach. Sekunden oder dessen Bruchteile schwebt Grisu auf zwei Rädern, da das linke Hinterrad in die Rinne taucht und so das rechte Vorderrad in die Höhe steigt. Zum Glück haben wir genug Schwung, so dass Massenträgheit und Allradantrieb uns im letzten Moment noch aus der Rinne befördern. Es hätte nicht viel gefehlt, und wir hätten die Piste und die Bahnschienen blockiert. Uns da wieder raus zu bringen hätte es einiges gebraucht.

Es war wohl nicht nur die Aufregung sondern vielleicht auch die ungewohnte Reisdiät, die Johanna und Ronja für den Rest des Tages magentechnisch ausser Gefecht setzen. Nichts desto trotz müssen wir uns auch in Makambako vernünftig verabschieden. Schließlich sind wir gegen 11 Uhr auf dem Weg Richtung Mbeya. In der Dämmerung erreichen wir auf einer schütteligen Piste Matema Beach. Hier kämpft Thomas seit fast sieben Jahren mit den Behörden, um sein „Crazy Crocodile Camp“ aufzubauen. Er hat vor Jahren auch eine alte Feuerwehr hier herunter gefahren. Grund genug für einen Erfahrungsaustausch. Außerdem besitzt er im Gegensatz zu uns einen funktionierenden Drehmomentschlüssel…. Auf dem Weg dorthin treffen wir mal wieder Chris und so erreichen wir die Nordküste des Malawi-Sees gemeinsam.

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